HautKörperGeist

Fachkosmetikerin(Handwerkskammer geprüft), regulative Hauttherapeutin (Rosel Heim),
geprüfte Ernährungsberaterin (Paracelsus und Dr. Bruker) und Gedächtnistrainerin (Bundesverband der Gedächtnistrainer)

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4. Wie finde ich die richtigen Pflegeprodukte?

von Erika Prummer 

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Reinigung + Gesichtswasser, Tagespflege, Nachtpflege, Augenpflege, Masken, Ampullen - 

für junge, reife, anspruchsvolle  Haut, Serien für Mischhaut, fettige Haut, empfindliche Haut, trockene Haut, für Falten, für UV-beschädigte Haut, für Kinder etc. Man könnte diese Aufzählung noch lange, lange weiterführen. 

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Der Kauf von Pflegeprodukten kann zur richtigen Herausforderung werden, bei der riesigen Auswahl. Cremetöpfe in allen Preisklassen und für jedes Alter! Sie haben sich sicherlich auch schon gefragt:  

„Was nehme ich, was braucht meine Haut, was ist für mich richtig?

Der Kauf von Pflegeprodukten kann zur richtigen Herausforderung werden, bei der riesigen Auswahl. Cremetöpfe in allen Preisklassen und für jedes Alter! Sie haben sich sicherlich auch schon gefragt:  
„Was nehme ich, was braucht meine Haut, was ist für mich richtig?

Pflegeserien:

Sie sind in allen Variationen in den Regalen zu finden und erleichtern scheinbar die Produktauswahl. 

Ihre Haut ist gerötet, also ist sie empfindlich, somit ist die Produktserie für „empfindliche Haut“ für Sie richtig! 

Doch stimmt das so?

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Um die Auswahl einzugrenzen, hilft die Industrie dem(r) Endverbraucher(in) ihre Produkte einzuordnen. Produktserien für junge und fette Haut werden oft in grün gehalten, für sensible Haut ist es meist weiß oder hellblau, Hightech-Produkte sind gold, silber oder schwarz. Qualifizierte Beratung soll so ersetzt werden, denn eine individuelle Beratung und genaues Know-how fehlt meist beim Produktkauf. Ähnlich wie bei der Konfektionsgröße muss die Kundin selbst entscheiden – Größe 38 oder lieber 42?

In der Hautpflege werden oft nur Symptome bekämpft!

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Diese Art der Verkaufsstrategie entwickelte sich vor mehr als 50 Jahren, als die Entwicklung der Kosmetikindustrie in vollem Umfang begann. Die Haut wurde als „Einwickelpapier der inneren Organe“ bezeichnet - dies entsprach dem damaligen Erkenntnisstand im Schönheitsbereich. Man bekämpfte einzig die Symptome und war sich noch nicht bewusst, wie wichtig die verschiedensten Funktionen der Haut für den gesamten Organismus sind.

In der Hautpflege werden oft nur Symptome bekämpft!

Heute weiß man viel mehr –  z.B. dass:

  • Die Funktionen der Haut vielfältig und lebenswichtig sind
  • Die Haut in direktem Kontakt und Austausch mit allen unseren anderen Organen steht; 
  • Systeme, wie Nervensystem, Immunsystem und Hormonsystem, die den Gesamtorganismus regeln und beeinflussen, auch einen wichtigen Platz in der Haut haben
  • Alle Informationen und Substanzen, mit denen wir in Berührung kommen, von der Haut sorgfältig registriert und verarbeitet werden
  • Sich die Haut gegen unsachgemäße Behandlung und gegen hautfremde Stoffe wehrt und Informationen weitergibt

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So wird verständlich, dass eine Störung im „System Haut“ Auswirkungen auf alle anderen Systeme hat und umgekehrt!

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Über diese Schutzfunktion und diese Vielfalt war man sich aber damals nicht bewusst. Die Einteilung - verschiedene Serien und die dazugehörigen Produkte zu konzipieren - stammt noch aus dieser Zeit und wurde der einfacheren Zuordnung wegen aufrechterhalten und wird bis heute praktiziert. Der schnelle und einfache Produktverkauf – auch ohne qualifiziertes Personal – soll mit der klassischen Einteilung – normale Haut, trockene Haut, fettige Haut… besser gelingen.

Die Inhaltsstoffe von Kosmetika haben sich massiv geändert!

Die Inhaltsstoffe von Kosmetika haben sich massiv geändert!

Konnte man früher noch davon ausgehen, dass viele Substanzen die oberste Hautschicht nicht durchdringen, stehen heute viele Produkte mit „durchschlagendem Erfolg“ in den Regalen. Umhüllte, mikrofeinste Teilchen gelangen in tiefere Hautschichten, die besonders empfindlich auf körperfremde Stoffe reagieren. Schon zu häufiges Reinigen mit tensidhaltigen Reinigungscremes, -gels, -milch usw. führt oft dazu, dass die Haut kaum noch die Chance hat sich zwischen den Reinigungszyklen zu erholen. 

Bei stärkeren Verletzungen der Hornschicht - z.B. durch Entfettung (Alkalien, Detergenzien, Tenside, organische Lösungsmittel), aber auch durch Quellung (Harnsäure, Propylenglycol, Glycerin), Verätzung (AHA-Säuren), mechanische Faktoren (abrasive Techniken) oder durch sonstige verletzende Substanzen (Vitamin-A-Säure, enzymatisches Peeling), kann die Haut massiv und lang anhaltend gestört werden.

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Die Haut als Immunorgan

Jedes Eindringen von Fremdstoffen mobilisiert dann das immunologische Abwehrsystem der Haut. Spezielle Abwehrzellen (z.B. Langerhanszellen, Makrophagen, T-Zellen…) sowie die dazugehörigen Lymphknoten bilden eine schlagkräftige Einheit gegen körperfremde Stoffe und haben die Aufgabe diese zu eliminieren. Pollen-Allergiker kennen die Problematik von juckender Haut, tränenden Augen und Abgeschlagenheit. 

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Pflegeprodukte sollten nur in der obersten Hautschicht wirken! 

Bei gestörter Hornschicht können aber körperfremde Stoffe - auch aus Kosmetikprodukten (z.B. Wirkstoffe, Konservierungsstoffe, Gelbilder) leicht in die Haut eindringen und so Immunreaktionen auslösen und das System der Haut nachhaltig schädigen. 

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Gerade im Rahmen von „High-Tech- und modernen Anti-Aging- werden immer öfter gezielte Verletzungen der Haut erzeugt, um so die Hautzellen zu zwingen sich schneller zu erneuern. Diese Störung des natürlichen Gleichgewichts der Haut für kurzfristige Erfolge hinzunehmen, halte ich für sehr fragwürdig!

Wirkstoffe sollen möglichst schnell effektiv die Hautbarriere durchdringen. Aus medizinischen Gründen wird dieser Weg derzeit umfangreich erforscht, um Erkrankungen auch über die Haut medikamentös behandeln zu können. Für die Kosmetikindustrie stehen in erster Linie kurzfristige Ziele im Vordergrund, wie die schnelle Erneuerung und Neubildung der Haut. Etwaige Bedenken über Langzeitwirkung werden dabei kaum berücksichtigt.

Warum handelt man so?

Wirkstoffe sollen möglichst schnell effektiv die Hautbarriere durchdringen. Aus medizinischen Gründen wird dieser Weg derzeit umfangreich erforscht, um Erkrankungen auch über die Haut medikamentös behandeln zu können. Für die Kosmetikindustrie stehen in erster Linie kurzfristige Ziele im Vordergrund, wie die schnelle Erneuerung und Neubildung der Haut. Etwaige Bedenken über Langzeitwirkung werden dabei kaum berücksichtigt.

Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag:   

Sie sind mit Ihrem Auto unterwegs – am Armaturenbrett leuchtet ein rotes Licht auf. Kurzerhand überkleben Sie entfernen die Lampe und werden somit nicht mehr gestört. Alternativ könnten Sie aber auch in die nächste Werkstatt fahren und checken lassen, warum die Lampe rot aufleuchtet. 

Beim ersten Beispiel tritt rasch eine Reaktion auf – z.B. der Motor überhitzt – daher haben wir gelernt, dass es falsch ist die Lampe zu entfernen, ohne das Problem zu kennen. Wir wissen, das Problem  ist nicht die rote Lampe, sondern der Schaden den das rote Licht signalisiert.

Fehler erkennen wir oft lange nicht!

Anders als beim Auto haben wir bei der Haut keine Sicherheitslampe, die sofort eine Warnmeldung abgibt. Die Haut versucht zunächst Störungen durch Gegenregulation auszugleichen und das Gleichgewicht wieder herzustellen – d.h. „Fehler“ werden erst einmal abgefangen.  

Diese enorme Fähigkeit, Störungen selbst zu reparieren, führt dazu, dass fehlerhaftes Handeln lange nicht ersichtlich wird. Wenn sich Störungen dann zeigen, wird meist nur eine Symptom-behandlung durchgeführt – z.B. Rötungen, Trockenheit, Spannungszustand der Haut, Pickel, Falten werden „bekämpft“ – ohne zu hinterfragen, ob es Gründe oder Ursachen für die Störung gibt.

In der Praxis sieht dies oft so aus:     

Sie haben ein Spannungsgefühl auf der Haut und viele kleine Knitterfältchen. Eine Creme für trockene Haut soll das Problem lösen. Wenn dies nicht gelingt, sind Sie enttäuscht und greifen vielleicht nach einer noch gehaltvolleren Creme. Es ist allerdings sehr fraglich, ob dies die Lösung ist. 

Viel wichtiger wäre es, genau hinzusehen und zu überlegen, ob es noch andere Gründe für die „Trockenheit“ gibt. Im einfachsten Fall ist die Flüssigkeitsaufnahme einfach zu gering. Hormonschwankungen, Stresssituationen, aber auch ein hautirritierendes Pflegeverhalten … können weitere Gründe sein. 

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Was ist Ihr Ziel?

Wenn Sie sich zum Kauf eines Pflegeproduktes entschließen haben Sie eine ganz bestimmte Vorstellung was dieses Produkt für Sie leisten sollte:

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  • Wollen Sie ein aktuelles Problem lösen? 
  • Sollen Pickel oder Falten damit verschwinden? 
  • Soll das Hautgefühl verbessert werden? 
  • Oder haben Sie einfach das Bedürfnis etwas zu nehmen, um besser auszusehen?

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Wenn man die Haut unter dem Blickwinkel ihrer Funktionen betrachtet, dann wird klar, dass dieses Organ immer als Ganzes reagiert. Daher müssen wir auch bei der Hautpflege die Haut als Ganzes betrachten. Der Erhalt ihrer natürlichen Funktionen hat dabei oberste Priorität!

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Ein genaue Hautanalyse ist daher unumgänglich, wenn Sie dauerhaft und anhaltend die Hautsituation verbessern wollen!

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  • Wo liegt genau das Problem? 
  • Wie macht es sich bemerkbar? 
  • Seit wann besteht es? 
  • Was wurde bereits unternommen?

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Fragen zur allgemeinen Gesundheit und zur Lebensführung werden dabei genauso erörtert, wie bisherige Pflegegewohnheiten, deren Auswirkungen und der aktuelle Hautzustand.  

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Eine ganzheitliche Lösung zur Unterstützung Ihrer Haut ist das primäre Ziel!

Dabei gilt der Grundsatz: weniger = mehr! 

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Bringen Sie Ihre Haut nicht durcheinander mit immer wieder wechselnden Produkten! 

Die Haut reagiert oft sehr irritiert, vor allem wenn immer wieder unterschiedlichste Wirk-, Hilfs- und Konservierungsstoffe zusammentreffen. Besonders im Anti-Aging Bereich gibt es viele Wirkstoffe, die Ihre Haut nicht so gerne mag. Viel hilft nicht mehr!  - Im Gegenteil! 

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Naturkosmetik wird daher oft als bessere Alternative angesehen, ist aber durch sein hohes Allergiepotential besonders für Allergiker nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden. Der verantwortungsvolle Umgang mit den enthalten Inhaltsstoffen ist hier ebenfalls extrem wichtig.

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Individuelle Lösungen für Ihre individuelle Haut!

Mit wenigen aber gezielten Produkten können Sie Ihre Haut unterstützen, ihre Funktionen wieder voll zu entfalten. Diese Produkte müssen aber zu Ihnen passen – nicht zu Ihrer Freundin! Sie müssen das ersetzen, was Ihrer Haut aktuell fehlt. So wie Sie nicht jeden Tag dasselbe essen, hat auch Ihre Haut unterschiedliche Bedürfnisse.

Genaue Analyse und individuelle Beratung für Ihr Wohlbefinden!

Störung – Ausgleich - Gleichgewicht

Regulative Therapien helfen die Funktionen der Haut im Gleichgewicht zu halten oder bei Störungen die Haut zu unterstützen - diese selbst wieder herzustellen.

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Falten weg in 14 Tagen!

Der Faktor Zeit ist dabei auch noch wichtig! Extremerfolge, wie sie oft versprochen werden, wie z.B.: „In 14 Tagen Verringerung der Faltentiefe um 30 %“ - können dauerhaft nicht funktionieren! Eine Hautzelle benötigt im Durchschnitt ca. 28 Tage um durch alle Schichten der Oberhaut zu wandern. Ein verbessertes Hautbild, ein angenehmeres Hautgefühl und sichtbare Auffrischungen sind möglich, brauchen aber ihre Zeit. Turboerfolge dagegen, basieren meist auf gezielt herbeigeführte Stresssituation (Verletzung der Oberhaut), die sich nicht dauerhaft halten lassen und sich auch leicht ins Gegenteil entwickeln können.

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Und….

wenn Sie Ihr Auto reparieren lassen wollen, gehen Sie damit zum Bäcker, zum Metzger oder in den Supermarkt? Wohl kaum! 

Sie gehen sicherlich dahin, wo Sie kompetente Beratung und Know-how für die nötige Reparaturen erwarten können. Dazu ist Ihr Auto viel zu wertvoll. 

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Gestehen Sie Ihrer Haut denselben Wert zu! Ihre Haut hat es verdient – 

sie schützt Sie: tagein – tagaus!

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Sie haben viele Möglichkeiten Ihre Haut bei ihrer Arbeit positiv zu unterstützen!

Ich zeige Ihnen wie – bleiben Sie also dran!

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Hier geht es zu meinem nächsten Artikel:

5 Reinigung der Haut

Fachkosmetikerin(Handwerkskammer geprüft), regulative Hauttherapeutin (Rosel Heim),
geprüfte Ernährungsberaterin (Paracelsus und Dr. Bruker) und Gedächtnistrainerin (Bundesverband der Gedächtnistrainer)

Quellen: 

(1) Dr. med. univ. Heim, Frederique & Dr. phil. nat. Heim, Nana (2003): Regulative Hauttherapie, aus: nature+science, Jg.3 (2003) Sondernummer: Regulative Hautpflege