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Fachkosmetikerin(Handwerkskammer geprüft), regulative Hauttherapeutin (Rosel Heim),
geprüfte Ernährungsberaterin (Paracelsus und Dr. Bruker) und Gedächtnistrainerin (Bundesverband der Gedächtnistrainer)

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7. Produkte gegen unreine Haut

Damit aus einem Wunschtraum auch Wirklichkeit wird!

von Erika Prummer 

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Wenn man in die Kosmetikregale der Parfümerie- und Drogeriemärkte, sowie der Apotheken blickt, sieht man meist 2 Hauptkategorien:

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1.    Produkte für die unreine Haut und

2.    Anti-Falten-Mittel 

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Der Hautzustand „unreine Haut“, der häufig von der Pubertät bis zum Ende des dritten Lebensjahrzehnts – und zunehmend öfter auch noch darüberhinaus andauert, ist ein Problem des seborrhoeischen Hauttyps. Dabei sucht man in Fachbüchern der Dermatologie und Kosmetik den Begriff „unreine Haut“ vergeblich. Bei genauer Nachfrage ergibt sich meist, dass jede Störung – egal welchen Ursprungs - als „unreine Haut“ und damit oft mit Akne gleichgesetzt wird – vielfach mit fatalen Folgen. Dieser verschwommene und nicht festzulegende Begriff wird verwendet, um ein nicht existierendes Patentrezept zur Lösung eines komplexen Problems zu präsentieren und die Nennung eventueller Krankheitsbilder umgehen zu können.

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Den Begriff „unreine Haut“ gibt es in der Dermatologie nicht!

Demzufolge dürfte es eigentlich auch keine seriöse Kosmetik für die „unreine Haut“ geben. Eigenartigerweise herrscht unter den Herstellern jedoch großes Einverständnis in der Auswahl der Grund- und Wirkstoffe, sowie im Aufbau ganzer Serien. Dabei wird der Begriff „unrein“ wörtlich genommen und porentiefe Reinheit als Endziel festgelegt.

Wassergelöste Cleanser aus verschiedenen Tensidmischungen werden kombiniert mit alkoholischen Tonics + einem Cocktail aus Desinfektionsmitteln um die Haut porentief zu säubern. Fettiger Schmutz bei gleichzeitiger Desinfektion – so was kennt man sonst von handelsüblichen Haushaltsreinigern. Aber was für Küche und Bad ideal ist, muss noch lange nicht gut für die Haut sein!

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Diese Tensidmischungen sind auch leider so potent, dass nicht nur oberflächiges Hautfett entfernt, sondern auch der Lipidmörtel zwischen den Hornzellen entfernt wird. Bei regelmäßiger Anwendung werden so ganze Hornzellenverbände ausgewaschen und ungeschützt zurückgelassen. Halogene Kohlenwasserstoffe wie Triclosan, Chlorhexidin, (werden sehr häufig verwendet) – sie sind oft enthalten in den zugesetzten Konservierungs- und Desinfektionsmittel und gelangen über die Haut direkt in den Körper. Dieser hat für die Substanzen jedoch keine Verwendung, er sammelt sie und kann sie kaum noch abbauen – außer über das Stillen eines Säuglings. Die Belastung wird folglich für den Organismus immer größer. Bakterien können sich mit diesen Substanzen arrangieren und entwickeln Resistenzen, d.h. sie verlieren zunehmend ihre Wirkung.

Kurz zusammengefasst:

Cleanser, Tonics und Peelings verdünnen die Hautoberfläche und zerstören den schützenden Bakterienfilm. Hautfremde krankmachende Keime finden ideale Bedingungen und werden mit den Zuckeranteilen in den Produkten noch regelrecht angefüttert. Produkte gegen „unreine Haut“ gibt es in jedem Drogerie- oder Supermarkt, ohne Beratung zu kaufen. Die Werbung suggeriert, dass sich bei regelmäßiger Anwendung Hautprobleme in Wohlgefallen auflösen. Wenn jedoch potente, durchaus wirkende Wirkstoffe zu lange oder beim falschen Hautbild eingesetzt werden, können sich negative oder unerwünschte Wirkungen noch verstärken und Schäden werden durch die Verwendung derartiger Produkte oft erst gesetzt.

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Was kann man tun?

Am Beginn steht immer eine genaue Hautanalyse - Um das Problem zu lösen, muss man erst wissen wo es herkommt, daher ist eine genaue Analyse unumgänglich! 

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  • Wann kommen die Läsionen (Pickel, Flecken, Milien...), die das Hautbild „unrein“erscheinen lassen? 
  • Sind sie immer da, oder kommen sie nur zu bestimmten Zeiten? Wie ist der Grundhauttyp? 
  • An welchen Stellen erscheinen sie (Stirn, Nase, Kinn, Wangen, Hals)? 
  • Gibt es noch andere Stellen am Körper, wie z.B. Dekolleté, Hals oder Rücken? 
  • Welche Produkte werden verwendet? 
  • Werden Medikamente eingenommen (einschließlich Hormonpräparate)? 
  • Wie sieht die Ernährung aus? 
  • Gibt es Stressfaktoren ?

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Eine genaue Abklärung ist also erforderlich! 

Es gibt viele Ursachen, die hier eine Rolle spielen können und die bei der Behandlung mit berücksichtigt werden müssen, wenn man dauerhaft einen Erfolg haben möchte. Hormonelle Situation, Ernährung, Lebensweise, Pflegeverhalten, familiäre Disposition, gesundheitliche Probleme ...

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Keinesfalls sollte versucht werden eventuelle Pickel auszudrücken! 

Durch unsachgemäßes Drücken entstehen oft Narben. Ein Ausreinigen der Haut sollte immer mit großer Vorsicht und begleitenden Maßnahmen (Vor- und Nachbehandlung) durchgeführt werden um eine Narbenbildung zu verhindern. Wenn die Haut weich ist, lassen sich Komedonen wesentlich leichter „leeren“. Je nach     Hauttyp können die offen oder geschlossen sein. Letztere müssen mit noch mehr Vorsicht behandelt werden. Vielfach ist die Oberflächenbeschaffenheit der Hornschicht zu fest um den Talgfluss abfließen zu lassen. Gerade in diesem Fall führt „Ausdrücken“ meist zu größeren Verletzungen der Haut, mit nachfolgender Fleckenbildung bis hin zu oft dauerhaften Pigmentstörungen.

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Aufbau der meist gestörten Barriere der Haut!

Damit dies nicht passiert, ist es unumgänglich die Haut entsprechend vorzubereiten. Je nach Hautproblem wird mit einer milden Reinigung (siehe Blogartikel 5: „Der erste Schritt: die Reinigung) die Verhornung der Haut auf besonders sanfte Weise reguliert,     um die meistens gestörte Barrierefunktion der Haut wieder aufzubauen. Die     Hautoberfläche muss stabiler werden und die Porenausgänge weicher, sodass der natürliche Talgfluss wieder stattfinden kann – allerdings ohne „Durchweichung“. Dieser Prozess benötigt allerdings auch etwas Zeit und Geduld!

Beruhigung und Regulierung der Haut!

Je nach Alter und aktuellem     Hautzustand leite ich bei meinen Behandlungen beruhigende und abheilende Maßnahmen ein, um die Selbstregulation der Haut zu ermöglichen. Ob dies mit oder ohne Pflegecreme vonstatten geht, muss immer individuell entschieden werden. Spezielle Masken und Packungen, ableitende Massagen oder feuchtigkeitsregulierende Substanzen... es gibt mehrere Möglichkeiten um den Aufbau der Haut und somit eine individuelle Problemlösung herbeizuführen - zuhause und/oder im Studio – wichtig ist dabei eine ganzheitliche Lösung, d.h. die Berücksichtigung möglichst aller Störfaktoren – nur so kann dauerhaft eine Verbesserung erzielt werden.

Ihre Haut ist einzigartig wie Sie – deshalb gibt es keine vorgefertigten Lösungen!

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Wenn Sie Fragen zu den Artikeln haben, können Sie mich gerne kontaktieren – unter:

info@hautkoerpergeist.de

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Bis bald!

Fachkosmetikerin(Handwerkskammer geprüft), regulative Hauttherapeutin (Rosel Heim),
geprüfte Ernährungsberaterin (Paracelsus und Dr. Bruker) und Gedächtnistrainerin (Bundesverband der Gedächtnistrainer)

Hier geht es zu meinem nächsten Artikel:

8 Anti-Falten-Mittel

Quellen: 

Dr. phil. nat. Nana Heim: aus  nature + science, Jg. 1 (2001), Nr. 1